Der Glaube und die damit verbundene Religion stellt für viele Bewohner Korfus einen wichtigen Teil des täglichen Lebens dar. So ist die vorherrschende Religion der griechisch-orthodoxe Glaube, dem die meisten Bewohner angehören. Hingegen sind einige Insulaner römisch katholischen Glaubens oder Muslime, wobei auch einige Protestanten gezählt werden.
Die große Anteilnahme am orthodoxen Glauben wird auch hinsichtlich der zahlreichen Kirchen auf der Insel sehr deutlich vor geführt. So zählt man weit über 600 Kirchen, Basiliken und Kapellen, wobei einige in den Klöster integriert sind. Seit dem 14. Jahrhundert existiert auch ein katholisches Bistumssitz, der für die rund 3500 gläubigen Katholiken der Insel zuständig ist. Eine typische Kirche hierzu findet man in der Stadt Korfu, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. In deren unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Britische Kolonial Friedhof, der aufgrund seiner Übernahme durch die Natur eine sehenswerte Aura erhält.
Auch die zahlreichen Schutzpatronen der Orte erfahren durch die Bewohner eine Ehrung. So finden in jedem Dorf und jeder Stadt regelmäßige Andachten statt, bei denen um Schutz und Wohlwollen gebetet wird. Dem heiligen Spiridon zu Ehren, der als Schutzpatron der Insel Korfu gilt, erfolgen mehrmals im Jahr aufwendige Prozessionen, zu denen die Einwohner Korfus aus allen Teilen der Insel anreisen. Besonders sehenswert ist die Osterandacht, bei der die Gebeine des Heiligen in der Kirche Agios Spiridonas aufgebahrt werden, ehe sie wieder in ihrem silbernen Sarg zurück gelegt werden.
Der Legende nach wurde der als Sohn einfacher Leute geborene Spiridon nachdem er sich dem Glauben zuwandte, zum heimischen Bischof gewählt und soll zu seiner Zeit verantwortlich gewesen sein für zahlreiche Wunderheilungen. Seine Heiligsprechung erfolgte, als man sein Grab öffnete um den Leichnam zu überführen, der jedoch vollkommen unversehen nach frischen Kräutern duftete. Dies war damals ein Zeichen, dass jemand die Heiligsprechung verdiente.
Text von Claudia Schleicher
