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korfu

Gastouri

Das Naturparadies Korfu sowie das milde mediterrane Klima des Mittelmeer wusste auch die bekannte Kaiserin Sissi von Österreich zu damaliger Zeit bereits zu schätzen. Daher wandeln viele Touristen unbewusst, manche Reisende in Verehrung an die Monarchin auch ganz gezielt auf deren Spuren in Korfu.

So zählt für letztere ein Besuch der Sommerresidenz der Kaiserin, das Achillion in Gastouri zu einen unbedingten Muss einer jeden Korfu Reise. Hier lassen sich die Ambitionen der Kaiserin sehr gut anhand der im Ursprung restaurierten Bauwerke nachvollziehen, und auch ihre bekannte Schwäche für den griechischen Helden Achilles wird anhand einer überdimensionalen Skulptur in den Gärten Achillion sehr deutlich.

Im Jahre 1889 erbaut, verlebte Kaiserin Sissi hier vermutlich die meisten Sommermonate, weit abseits von der Monarchie Österreichs. In dieser bezaubernden Kulisse fällt es dem Reisenden nicht schwer, sich in den Gemütszustand des damaligen Besitzers einzufühlen und man fühlt eine gewisse Verbundenheit mit der Monarchin. Die Palmengärten rund um das Anwesen laden zum Verweilen ein, und spenden an manch heißen Sommertagen kühlenden Schatten.

Im Jahre 1907 ging, nach dem dramatischen Tod der Kaiserin im Jahre 1898, das Anwesen in den Besitz Kaiser Willhelm II über, der die Parklandschaft nach seinen Idealen gestaltete. Jedoch konnte auch er diese Idylle nicht lange genießen, da mit Ausbruch des ersten Weltkrieges alle Besitztümer beschlagnahmt wurden. So wurde das einst prachtvolle Anwesen als Lazarett missbraucht, und nach dem Kriegsende wurden hier Heime für Kinder eingerichtet. Erst im Jahre 1962 erinnerte man sich an den bedeutenden geschichtlichen Aspekt und auch an die monarchische Bedeutung des einstigen Prunkbaus. Daher wurde innerhalb von 20 langen Jahren das Anwesen nach alten Plänen restauriert, und dient heute als ein lebhaftes Beispiel dieser bezaubernden Epoche zumal es ein wertvolles Museum beinhaltet, dass mit den Reliquien der damaligen Zeit bestückt ist.

Aufgrund der Besucherströme empfiehlt sich eine Anreise nach Gastouri in den frühen Morgenstunden, jedoch ist dieses Ambiente und Flair der damaligen Zeit auch heute noch so allgegenwärtig, dass sich eine Anreise jederzeit lohnt. Auch Reisende, die sich nicht mit dem lebendigen Kult um die damalige Kaiserin identifizieren können, erliegen dem einzigartigen Charme dieses Anwesens.

Zu Gastouri selbst lässt sich anmerken, dass dieser Ort sich scheinbar unbehelligt vom Trubel der Sehenswürdigkeit, noch von der nahen Verbindung zur Hauptstadt Korfu zeigt. Daher ist es ein gekonnter Stilbruch, der das glamouröse Anwesen mit dem Charme eines Bergdorfes vereinbart. Jedoch komplettieren zahlreiche Hotels die Region, was anhand des wunderschönen Strandes nahezu verständlich ist.

Text von Claudia Schleicher